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DAMALS, ALS
CORONA WAR

In einigen Jahren werden wir uns vielleicht die Augen reiben und uns fragen, ob das alles nur ein bizarrer Traum gewesen ist. Da kam aus heiterem Himmel ein heimtückisches Virus dahergestürmt, um zu Beginn der Zwanziger Jahre unsere täglichen Routinen und unser soziales, politisches und gesellschaftliches Leben aus den Angeln zu heben. Den Start in ein neues Jahrzehnt hatten wir uns anders vorgestellt! Und noch ehe wir verstanden, was aufgrund der Neuartigkeit der Ereignisse zunächst gar nicht zu verstehen war, hielt auch schon der Begriff 'Lockdown' Einzug in unseren Sprachschatz, um dort für lange Zeit seinen Platz zu behaupten.

Covid-19 und seine Folgen zwangen uns immer wieder aufs Neue in die soziale Isolation. Nach der ersten und der zweiten Welle hörten wir einfach auf, die verpassten Gelegenheiten zu zählen. Viele haben sich geduldig in ihr Schicksal ergeben und sich neuen Leidenschaften wie Binge-Watching, Gartenarbeit oder maßlosem Online-Gaming zugewandt. Andere machten einfach weiter, pflegten kranke und bedürftige Menschen, versorgten uns mit Klopapier und Paketen aus dem Online-Shop und wurden zu gefeierten Corona-Helden. Unzählige Menschen starben. Viele zerbrachen an ihrer Einsamkeit oder gingen als zornige Kritiker der Corona-Politik auf die Straße.

 

Lockdownkizzen ist ein Ort der Geschichten. Menschen, die dabei waren, erzählen von großen oder kleinen Begebenheiten, von Entdeckungen, Begegnungen und Erfahrungen, die ihnen anders nie widerfahren wären. Wie war es, sein Abitur vorzubereiten, schwanger oder frisch verliebt zu sein, im Supermarkt an der Kasse zu sitzen oder eine Straßenbahn zu fahren, während einige um ihr Leben rangen und die meisten einfach zu Hause blieben? Wie hielten Gastronomen und Spitzensportler sich über Wasser? Wie erreichte der Pfarrer seine Gemeinde, die Lehrerin ihre Schüler und der Abgeordnete seine Wähler? Sie sprechen über Nähe und Distanz, Sehnsucht und Hingabe, Wut und Trauer, Angst und Zuversicht. Es geht darum, was Stille, Ungewissheit und das Gerede anrichten können. Und um die faszinierende Vielfalt an menschlichen Kniffen und Strategien, mit einer Ausnahmesituation umzugehen. Was wir daraus lernen können? Die Zukunft wird es zeigen.

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Ich bin Ingrid Blessing, Geschichtensammlerin und Bildermacherin aus Bonn. Mit den Lockdownskizzen erweise ich allen meine Reverenz, die mit Solidarität, Widerstandskraft, Kreativität und Fantasie die Herausforderungen bewältigt haben, die die Coronakrise mit sich brachte. Aus Gesprächen und Fotosessions lasse ich Miniaturen entstehen, die hoffentlich auch dann noch gelesen und betrachtet werden, wenn der Sound dieser Zeit längst verklungen ist.

Die Frau hinter den

Lockdownskizzen